Den Angehörigen des steuerberatenden Berufes sind in der vom Bundesminister der Finanzen erlassenen "Vergütungsverordnung für Steuerberater, Steuerbevollmächtigte und Steuerberatungsgesellschaften" (Steuerberatervergütungsverordnung - StBVV) Vorgaben gemacht bezüglich der Höhe der für die Erbringung von Leistungen im Bereich der Hilfe in Steuersachen zu berechnenden Vergütung.

Die von den Regelungen der StBVV nicht erfassten Leistungen im Rahmen der betriebswirtschaftlichen Beratung sind hingegen durch die auf Grundlage der Marktgegebenheiten zu ermittelnde "übliche Vergütung" abzugelten (§§ 612 Abs. 2, 632 Abs. 2 BGB).

Neben den Regelungen der StBVV und dem Verweis der Bestimmungen der §§ 612 Abs. 2 bzw. 632 Abs. 2 BGB auf die "übliche Vergütung" besteht die Möglichkeit, die Vergütung für die Leistungen des Steuerberaters im Wege einer vorab geschlossenen (Pauschalhonorar-) Vereinbarung zu bestimmen. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass die Bedeutung der Angelegenheit, mit der der Steuerberater betraut werden soll, der Umfang und die Schwierigkeit der zu erbringenden Leistung im vorhinein nur eingeschränkt beurteilt werden können, weshalb die Möglichkeiten des Steuerberaters, die Höhe der Vergütung im vorhinein festzulegen, begrenzt sind.

Die StBVV unterscheidet die Wertgebühren (§ 10 StBVV), die Zeitgebühr (§ 13 StBVV) sowie - für einige wenige Leistungen, z.B. die Lohnbuchführung (§ 34 StBVV) - die Betragsgebühren.

Die Zeitgebühr berechnet sich nach dem für die Bearbeitung des Auftrages erforderlichen Zeitaufwand und beträgt, sofern nicht etwas anderes vereinbart ist, zwischen € 30,00 und
€ 70,00 je angefangene halbe Stunde.

Die Wertgebühr bestimmt sich nach

a)
dem Gegenstandswert der Tätigkeit des Steuerberaters

Beispiele:

  • Buchführung
    Gegenstandswert: Jahresumsatz
  • Aufstellung der Bilanz mit G+V
    Gegenstandswert:
    Mittel zwischen berichtigter Bilanzsumme (entspricht etwa Summe der Aktivseite) und der betrieblichen Jahresleistung (entspricht etwa Jahresumsatz)
  • Einkommensteuererklärung
    Gegenstandswert: Summe der positiven Einkünfte

und

b) der nach der StBVV in der einschlägigen Gebührentabelle für diese Tätigkeit vorgesehenen Gebühr.

Beispiel für die Berechnung der Wertgebühr
für die Anfertigung der Einkommensteuererklärung ohne Ermittlung der einzelnen Einkünfte:
Nach § 24 Abs.1 Ziffer 1 StBVV erhält der Steuerberater 1/10 bis 6/10 einer vollen Gebühr nach Tabelle A; Gegenstandswert für die Gebührenberechnung ist die Summe der positiven Einkünfte.

Betragen die Einkünfte des Mandanten € 40.000,00 (=Gegenstandswert), so erhält der Steuerberater für das Anfertigen der Steuererklärung zwischen € 94,70 (=1/10 einer vollen Gebühr) und € 568,20 (6/10 einer vollen Gebühr) zzgl. Mehrwertsteuer.

Die Betragsgebühren werden als Euro-Betrag angegeben.

Für die Zeitgebühr und in vielen Fällen auch für die Wertgebühren sieht die StBVV einen Gebührenrahmen vor (§ 11 StBVV). Innerhalb dieses vorgegebenen Rahmens bestimmt Ihr Steuerberater selbst die Gebühr unter Berücksichtigung aller Umstände, insbesondere der Bedeutung der Angelegenheit, des Umfanges und der Schwierigkeit der im konkreten Fall vom Steuerberater für Sie erbrachten Leistungen.
Die Gerichte gehen in ihren Urteilen zum Gebührenrecht davon aus, dass in Angelegenheiten, deren Bearbeitungsumfang bzw. -schwierigkeit keine erhöhten Anforderungen an den Steuerberater stellen, dem Steuerberater Gebühren im mittleren Bereich des Gebührenrahmens als angemessen zustehen.


Zusätzlich zu den für die in Auftrag gegebene Leistung des Steuerberaters in den einschlägigen Bestimmungen der StBVV vorgesehenen Gebühren hat Ihr Steuerberater Anspruch:

  • auf Ersatz der bei der Ausführung des Auftrages für Post- und Telekommunikationsdienstleistungen zu zahlenden Entgelte. Er kann einen Pauschsatz fordern, der 20 % der sich nach der StBVV ergebenden Gebühren beträgt, in derselben Angelegenheit jedoch höchstens € 20,00 (§ 16 StBVV),  
  • auf Ersatz der Schreibauslagen für bestimmte Abschriften und Fotokopien (§ 17 StBVV) und  
  • auf Erstattung der Fahrtkosten und Übernachtungskosten als Reisekosten sowie auf ein Tage- und Abwesenheitsgeld für Geschäftsreisen (§ 18 StBVV)  
  • auf Ersatz der gesetzlichen Mehrwertsteuer (§ 15 StBVV).

In den Untermenüs werden die wichtigsten Gebühren für die Leistungen des Steuerberaters dargestellt, wobei in den Beispielsfällen die Wertgebühren jeweils im mittleren Gebührenrahmen angesetzt werden.